Kultur in München – erster Teil: Die Stadtführung

Alle Museen der Stadt gesehen, oder wirklich keine Lust bei schönem Wetter in einem Gebäude zu verweilen? Dann bietet München Dir viele schöne Bauwerke, Statuen und einfach schöne Plätze, die man gesehen haben sollte. Bei strahlendem Sonnenschein habe ich mich also auf eine kleine Stadttour durch München gemacht – hier kommt ein kleiner Bericht mit ein paar interessanten Details.

Stachus, Frauenkirche & Co. – Wahrzeichen der Münchner Innenstadt

Ich starte meinen Stadtrundgang am Stachus, auch bekannt als Karlsplatz. Den alten Namen verdankt der Platz dem Wirt Mathias Eustachius Föderl, der dort ansässig war. Entstanden ursprünglich als Teil der Stadtmauer bildet das Karlstor, bis 1791 Neuhauser Tor, heute den Eingang zur Fußgängerzone in der Altstadt. Bei strahlendem Sonnenschein ist die Neuhauser Straße, die später in die Kaufingerstraße mündet, belebt, Straßenkünstler, Touristen und Einheimische genießen die Stadt gleichermaßen. Zur Linken sieht man beim Laufen die zwei Türme der Frauenkirche. Sie ist einen kleinen Abstecher wert, ist sie doch eines der ältesten und bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Sie ist ein spätgotisches Gebäude, für das 1472 die Marienkirche weichen musste – die Gründe hierfür sind umstritten, vermutlich waren der Wunsch nach einer eindrucksvolleren repräsentativeren Kirche und die steigende Bevölkerungszahl die ausschlaggebenden Argumente für den Neubau.

Mein Fußmarsch geht weiter zum Marienplatz selbst, an dem sich das neue Rathaus befindet. Eindrucksvoll erstrahlt es im Glanz der Sonne. Das Gebäude wurde 1905 fertig gestellt und dient seitdem als Sitz für den Bürgermeister und den Stadtrat, aber auch eine kleine Bibliothek findet sich hier. Leider bin ich ein wenig zu spät für das 12 Uhr Glockenspiel, das täglich zahlreiche Touristen hierher lockt. Direkt davor steht die Mariensäule, oh Wunder, gewidmet Maria, die als Schutzpatronin Bayerns gesehen wird. Wusstet ihr übrigens, dass sich alle Entfernungsangaben zu München auf Straßen, heute wie damals, auf die Mariensäule beziehen?

Nun, von Kilometer null ausgehend, laufe ich weiter über den Platz, unter dem Torbogen des alten Rathauses, heute genutzt als Repräsentationsräumlichkeiten und zum Teil als Spielzeugmuseum, hindurch, um von dort aus rechts abzubiegen und den Viktualienmarkt zu betreten.

Der über 200 Jahre alte Viktualienmarkt bietet zahlreiche verschiedene Restaurants und Buden, an denen man sich diverse Speisen – von Weißwürsten bis zu griechischen Spezialitäten ist alles dabei – kaufen kann. Auch einige Bierbänke finden sich dort, in denen man die warme Sonne und ein kühles Bier genießen kann. Aber der Lage entsprechend sind die Preise nicht unbedingt studentenfreundlich.

Das schöne Leben im Glockbachviertel und in Haidhausen

Von hier aus geht es für mich über die Reichenbachstraße hin zum Gärtnerplatz, an dem sich das Staatstheater befindet. Das Gebäude mit einer turbulenten Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ist derzeit geschlossen, normalerweise zeigt es verschiedenste Stücke, vom Musical bis zur Operette.

Nun laufe ich die Reichenbachstraße entlang bis ich zur Isar komme, die ich überquere um an ihrem Ufer ein Stück vorbei am deutschen Museum zu laufen. So gelange ich auf direktem Weg zum Müller‘schen Volksbad. Einst das teuerste Hallenbad der Welt und das erste Münchens, ist es heute noch ein reich verziertes architektonisches Schmuckstück. Ich schaue es mir heute nur von außen an, aber es ist auf jeden Fall auch mal einen ausgiebigeren Besuch wert. Ein paar Meter weiter die Rosenheimer Straße hoch steht der Gasteig, eines der kulturellen Zentren Münchens. Von „Live in Concert“-Filmvorstellungen bis zu Theaterstücken – hier wird wirklich jeder fündig. Ich folge jetzt aber dem Fußweg durch die Parkanlagen hinter dem Volksbad und komme so zum Maximilaneum, dem Sitz des bayerischen Landtags. Zweimal rechts abbiegen und ein paar Meter der inneren Wiener Straße folgen, schon stehe ich auf dem Wiener Platz. Auf den ersten Blick scheinbar gänzlich unscheinbar, entdeckt man auf den zweiten Blick die niedlichen Fensterläden an den Häusern, die diesem Platz einen gewissen Charme geben. Zudem befindet sich hier ein kleiner Markt, auf dem man sich mit verschiedenen Lebensmitteln versorgen kann.

Zurück geht es auf demselben Weg, den ich gekommen bin, ich laufe jetzt am Maximilianeum vorbei Richtung Norden durch die Maximiliansanlagen bis ich zum Friedensengel komme. Dieser erinnert an den Deutsch-Französischen-Krieg (bzw. den Sieg), fertig gestellt wurde die Statue 1899, 28 Jahre nach dem Sieg.

Mehr als nur der Eisbach – der Englische Garten

Nun geht es weiter über die Luitpoldbrücke Richtung Westen, über die Isar, vorbei am Bayerischen Nationalmuseum. Hier finden sich historische Kunst- und Kulturschätze in großer Vielfalt, die bis zu zwei Jahrtausende alt sind. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Eisbachwelle, die so ziemlich den südlichsten Punkt des Englischen Gartens bildet. Fast täglich kann man Surfer beobachten, die sich in die kalten Fluten stürzen. Bei gutem Wetter bietet sich von hier aus ein ausgedehnter Spaziergang durch den Englischen Garten an – vorbei am Monopteros oder auch dem Chinesischen Turm. Die Parkanlage bietet auf 375 Hektar jede Menge Platz um Sport zu machen oder sich einfach in die Sonne zu legen, noch dazu hat man vom Monopteros aus einen tollen Blick über die ganze Stadt hinweg bis zu den Bergen im fernen Süden. Ich laufe von dort aus wieder zurück an das südlichste Ende des Parks, überquere die Straße um in den Hofgarten zu gelangen. Diese kleine Anlage hat einen besonderen Charme, im Sommer ertönt oft aus dem zentralen Dianatempel klassische Livemusik und mit vielen Sitzmöglichkeiten lädt der Park weiter zum Entspannen ein. Richtung Süden zeigt sich die Münchner Residenz, das größte Innenstadtschloss in ganz Deutschland. Ich gehe jetzt weiter durch das Hofgartentor auf den Odeonsplatz. Der Blick fällt direkt auf die eindrucksvolle, klassizistische Feldherrnhalle aus dem Jahr 1844. Direkt daneben steht die Theatinerkirche, die zurzeit restauriert wird und daher eingekleidet ist, im Normalfall blickt man auf eine hellgelbe, sehr schöne Fassade, die dazu einlädt das spätbarocke Gebäude mit all seinem Stuck und seinen Verzierungen auch von innen anzusehen. Der Platz dient oft als Veranstaltungsort für Festivals, Konzerte und Demonstrationen.

Zurück in die Innenstadt – Verbindung von Architektur und Geschichte

Ich laufe nun ein Stück die Residenzstraße entlang, bis ich auf dem Max-Joseph-Platz stehe, von dem aus ich sowohl das Residenztheater als auch die bayerische Staatsoper sehen kann. Die Staatsoper ist nicht nur für ein Konzert lohnenswert ist, sondern hat auch als Gebäude selbst einen hohen architektonischen Wert. Der verewigte Stil des Neoklassizismus macht sie zu einem weltweit berühmten Gebäude. Von hier aus biege ich zweimal rechts ab, in die Perusastraße und dann direkt in die Theatinerstraße, die mich zurück zum Odeonsplatz führt. Ich folge der links beginnenden Briennerstraße – die einst als Prachtstraße zur Verbindung von Münchener Residenz und Schloss Nymphenburg ausgebaut wurde. Vorbei am schönen Wittelsbacherplatz und dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus läuft diese auf den Karolinenplatz zu. Hier steht schön zentral umgeben von einer kleinen Grünfläche ein Obelisk, als Erinnerung an Zeiten, in denen die Bayern an Seiten Napoleons gegen Russland kämpften. Aber nicht nur an die Zeit des Zusammenhalts wird erinnert. Sowohl die Briennerstraße, als auch die Barerstraße, die sich hier kreuzen, sind nach Orten von Befreiungskämpfen der Bayern gegen die Franzosen benannt. Weiter geht es geradeaus zum Königsplatz, einem Platz mit langer Geschichte. Wurden einst seine klassischen Tempel mit Natur umgeben, musste diese zu Zeiten des Nationalsozialismus weichen. Zahlreiche Aufmärsche und auch eine Bücherverbrennung fand hier in dieser Zeit statt. In der Nachkriegszeit wurde der Platz im Zuge der Entnazifizierung wieder rückgebaut, auch wenn die einstigen Bauten bis heute nicht alle rekonstruiert wurden.

Erlebe auch Du Münchens schöne Ecken und ihre Geschichten!

An dieser Stelle endet meine kleine Rundtour durch München, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt habe ich abgelaufen und hoffe, es hat Dir gefallen. Insgesamt habe ich für die Tour ca. 6 Stunden mit allen Foto- und Esspausen gebraucht und eine Strecke von ca. 9,5 Kilometern zurückgelegt – Sport für den Tag ist also auch schon erledigt!