ERSTSEMESTERERFAHRUNG: AUS DEM AUSLAND NACH MÜNCHEN

Einpacken, umziehen, ein neues Leben beginnen: aus dem Ausland nach München zu ziehen, ist schon eine Herausforderung. Gleich vom Anfang an gibt es so viel hier zu tun: Unterlagen an verschiedene Institute senden, interessante Kollegen an der Uni kennenlernen, Einführungsveranstaltungen besuchen, Partys und dann auch noch Klausurenstress… und schon geht das erste Semester zu Ende. Was man als Ausländer in dieser Zeit erlebt, das teile ich Dir gleich mit!

Unabhängigkeit

Ich hatte schon seit langem darauf gewartet, endlich alleine zu leben und unabhängig von den Eltern und anderen Erwachsenen zu sein. Trotzdem fand ich es besonders in den ersten Tagen gar nicht leicht, auf einmal so viele Verantwortungen zu haben. Essen kochen, die Wohnung putzen, Kleidung waschen, Lernen und abgesehen davon noch ein soziales Leben zu haben… das alles schien am Anfang verwirrend und zu viel für die Zeit, die ich hatte! Dann passiert es manchmal auch, dass irgendein Rohr in das Badezimmer bricht oder dass die Stromanlage nicht mehr funktioniert… Jedoch gewöhnt man sich mit der Zeit daran, all diese Probleme alleine zu lösen und die Zeit sich so einzuteilen, dass man das Leben als Student auch genießen kann.

Zweifellos fühlt man von Zeit zu Zeit heimwehkrank, denn die Freunde von der Heimatstadt und von der Schule kann keiner ersetzen, die Familie ist auch weit weg und man vermisst sie alle. Die Wahrheit ist, in ein anderes Land für zum Studieren zu ziehen, bringt jeden außerhalb die eigene Komfortzone. Trotzdem ist das ein wichtiger Schritt in die Richtung eines unabhängigen, interessanten Lebens voller Erfahrung und Abenteuer.

Einfach Bayern!

Wahrscheinlich ist das Erste, was man erlebt, als man Anfang Oktober nach München kommt, das Oktoberfest. Lederhosen und Dirndl, Bier und Lebkuchen, Singen, Tanzen… Herzlich Wilkommen zum größten Fest der Welt! Eine kurze „Besichtigung“ auf den Wiesn war für mich der erste Kontakt mit den bayerischen Traditionen und Gerichten. Da kann man sofort feststellen, dass Bier, sowie Leberkäse, Weißwürste, Brezen und andere traditionelle Spezialitäten, ein wesentlicher Teil der bayerischeren Kultur ist. In München und Umgebung habe ich eine Vielfalt an Bier und köstlichem bayerischen Essen gefunden. Mit neuen Freunden und Kollegen kann man eine der zahlreichen Biergärten in München besuchen und dort Bier und frische Speisen genießen.

Kommilitonen – das internationale Erlebnis

Im Gegenteil zu dem, was ich erwartet hatte, habe ich hier nicht nur Kommilitonen, die aus Deutschland oder Österreich kommen, sondern auch viele aus Asien, Südamerika, Afrika… Du entdeckst sie schon alle! Und das Schönste ist, dass man eine große Vielfalt an vielen verschiedenen Kulturen hat. Man findet heraus, was für Gewohnheiten die Menschen in Japan oder Brasilien haben, was es für typische Gerichte in Indien oder Spanien gibt, man erfährt auch mehr von den politischen und religiösen Einrichtungen verschiedener Völker und man versteht, dass die Staatsangehörigkeit einer Person nichts über ihre Persönlichkeit aussagt.

Ich fand es wichtig, dass ich schon seit den ersten Wochen mit ziemlich vielen anderen Studenten in Kontakt war. Das half mir sehr, mit den kürzlichen Änderungen in meinem Leben zurechtzukommen. Mit den neuen Freunden hin und wieder eine Pizza essen, Joggen gehen, Feiern oder einfach ein Gespräch führen, hilft gegen die Einsamkeit, die man ganz am Anfang manchmal fühlt.

Klausurenphase

Und, nachdem man das ganze Semester möglichst viel Spaß gehabt hat, kommen auch die Klausuren – die Zeiten, wenn Bib und Lernräume immer voll sind. Obwohl die Klausurenphase nur 2-3 Wochen dauert, scheint dieser Zeitraum für mich unendlich lang! Jeden Tag wachte ich ziemlich früh auf, und versuchte bis spät in die Nacht den Lernstoff vom ganzen Semester in sehr weniger Zeit zu lernen – und so ging es den Meisten. Dann verspricht man sich, im nächsten Semester früher damit anzufangen. Jedoch vergisst man diesen Vorsatz meist so schnell, wie er aufgekommen ist.

Man hat aber das beste Gefühl, wenn alles vorbei ist und sich überhaupt keine Sorgen mehr machen muss… wenigstens bis zum nächsten Semester. Aber davor kann man erstmal die Freiheit nach den Klausuren genießen.