Aus dem Unialltag

Du sitzt in der Vorlesung…

der Stoff langweilt Dich, Deine Kommilitonen hatten sowieso alle keine Lust auf die Acht-Uhr-Veranstaltung und am besten weißt Du inzwischen auch schon, wie viele Sitzplätze der Audimax hat?

Ja, das Problem kenne ich, auch wenn ich inzwischen wohl eher die Zeit am Handy verbringe, als die Stühle zu zählen. Tatsache ist, irgendwie sollte ich dennoch etwas aus der Vorlesung mitnehmen, sonst ist die Zeit ja komplett verschwendet. Aber naja, da hat mir doch neulich der Max auf Facebook geschrieben, vielleicht kann ich dem ja endlich mal antworten. Und ganz vielleicht habe ich ja neue E-Mails? Zuletzt gecheckt vor fünf Minuten, aber man weiß ja nie. Hm, leider nichts dabei, was man beantworten könnte. Und auf WhatsApp? Ab und zu streikt mein Handy ja und zeigt mir die Nachrichten nicht an. Aber leider auch hier absolut tote Hose. Eigentlich kein Wunder, wer ist schon um Viertel nach acht auf? Na gut, vielleicht höre ich ja doch nochmal der Person da vorne zu, was sie so erzählt. Worum geht’s? Das hab ich ja noch nie gehört. Aber gut, deswegen sitze ich ja hier… Aber eigentlich, wenn ich eh nichts verstehe, dann rufe ich halt nochmal meine Mails ab? Oder gibt es inzwischen ein paar neue Jodel?

Und so sitze ich da, verspiele meine Zeit anstelle zu zu hören oder zu schlafen. Wenn es mal keine morgendliche Veranstaltung ist, sind ja auch oft noch ein paar Kommilitonen da, mit denen man sich über allen Tratsch der letzten Feier austauschen kann. Nichts ist informativer als eine eineinhalb stündige Vorlesung, der keiner zuhört. So zumindest meine Erfahrung, nehme ich mir also einen Kumpel zur Seite, mit dem ich länger nicht geplaudert habe, und bin am Ende wieder auf dem neuesten Stand. Wenigstens dazu war die Vorlesung zu gebrauchen.

Und dann kamen die Klausuren, ich lese mein Skript und irgendwie kommen mir zwar viele Details völlig fremd vor, aber auf der anderen Seite gibt es erstaunlich viel, was ich zumindest schon mal gehört habe. Möchte es ja bisweilen selbst nicht glauben, aber offensichtlich hat mein Hirn sich trotz aller Ablenkungsmanöver das ein oder andere wichtige Stichwort gemerkt. Danke Dir, aber wie genau machst Du das? Ganz ehrlich gesagt, ich weiß nicht genau wie es funktioniert, aber offensichtlich ist unser Gehirn in der Lage, sich neben Gesprächen, E-Mails und spannenden Internetseiten auch noch auf die Vorlesung zu konzentrieren, zumindest ab und zu. Genug auf jeden Fall um eine kleine Basis zu schaffen.

Meine Bilanz von Vorlesungen ist auf jeden Fall, dass sie sich in irgendeiner Form immer lohnen – sei es jetzt um Sozialkontakte zu pflegen, einen Grund zu haben, das Bett zu verlassen oder um eben doch ein wenig Inhalt mitzunehmen. In diesem Sinne, wir sehen uns in der nächsten Acht-Uhr-Vorlesung 😉

Die besten Lerntipps

Normales Lernen hast Du echt satt? Kurz vor Ende der Klausurenphase keine Motivation mehr für noch drei Stunden lernen? Aber einfach schieben ist auch nicht drin? Dann hoffe ich mal, diese Tipps helfen Dir ein wenig…

  • Gönn’ Dir mal einen Tapetenwechsel

    Immer dieselbe Wand am Schreibtisch anstarren? Irgendwann erträgt man diese Wandfarbe nicht mehr, will eine neue Umgebung haben um auch endlich mal wieder ein wenig Schwung in die monotone Beschäftigung zu bekommen.
    Ob ein Lernraum jetzt die beste Umgebung ist, ein schattiges Plätzchen im Englischen Garten oder doch die Bibliothek, musst Du selbst herausfinden. Aber einfach mal eine neue Umgebung ausprobieren und testen, ob es nicht woanders doch nochmal deutlich besser vorangeht. Alternativen zum Lernraum und der TU Bib sind übrigens auch die Geo-Bib in der Luisenstraße oder die StaBi (bei der Universität). Wusstest du schon, dass es auch eine Bibliothek mit Blick auf den Englischen Garten gibt? Finde doch einfach deine persönliche Lieblingsbib.

    Noch besser natürlich: Wechsel auch mal zwischen Einzel- und Gruppenlernphasen ab. Setz Dich mal bei einem Kommilitonen mit Kaffee und Kuchen hin, lies gemeinsam mit ihnen im Skript oder rechnet zusammen ein paar Übungsblätter – oft hilft ein kleiner Gedankenanstoß von Außen, um auf die richtige Lösung zu kommen.

  • Mach’ mal ne Pause

    Es hilft gar nichts, solange zu lernen, bis Du gar nicht mehr kannst. Ist Dein Kopf nach 5 Stunden Lernen am Stück komplett dicht, wirst Du an dem Tag auch wirklich nichts mehr schaffen. Spätestens hier solltest Du also aufhören, bevor Du stundenlang unproduktiv auf ein Blatt Papier starrst und am Ende nur frustriert aufstehst, obwohl Du eigentlich gar nicht so wenig geschafft hast.
    Noch viel besser aber: Mach von vornherein kleine Pausen, nach einer Stunde einfach mal 10 Minuten, mach die Lerneinheiten kurz aber dafür wirklich intensiv. Damit hältst Du Dich frisch und fit bis zum Abend.

  • Sperr’ Dein Handy ein

    Weißt Du, wie oft ein durchschnittlicher Mensch täglich auf sein Handy schaut? Ich glaube es waren ca. 80 Mal pro Tag. Weißt Du, wie oft Du damit Deinen Lernfluss unterbrechen würdest? Richtig, viel zu oft. Ich hab also letztens Mal das Haus Richtung Bib verlassen und mein Handy daheim gelassen. Ein bisschen kompliziert zur Uni zu kommen, aber ich war lange nicht mehr so produktiv. Einfach, weil jegliche Ablenkung von vornherein schon abgeschafft ist.

  • Belohn’ Dich für Deine Leistungen

    Das Bild vom Buch, in dem alle 20 Seiten ein Schokoriegel liegt, haben die meisten wohl schon irgendwo in den sozialen Netzen entdeckt. Das ist eine Möglichkeit, sich zu Belohnen. Alternativen: Pausen, Essen, Sport, Power-Nap… Werd einfach ein wenig kreativ, überleg für Dich persönlich was das Beste ist.

    Ein paar genauere Vorschläge von mir:

    • Zehn Minuten frische Luft schnappen
    • Power-Nap (Bitte nicht ausarten lassen)
    • Trink einen guten Kaffee
    • Fünf Minuten Handypause
    • Koch Dir was Geiles (in den Wartezeiten kann man prima nochmal kurz ins Skript schauen)

Und wenn Du schon jetzt anfängst, ein bisschen was für die Klausuren zu tun, hast Du, wenn es soweit ist, auch noch ein Leben abseits von Karteikarten und Kaffee. Also – ran an die Bücher und Skripte! Jetzt!